EINHEITSBILDER
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PROJEKTIDEE

Die multimediale Kompaktausstellung Einheitsbilder erzählt die vergessenen und widersprüchlichen Geschichten der Wiedervereinigung, die sich aus den Bildern und Themen ost- und westdeutscher Annäherung entspinnen. Sie zeigt private Bilder und Pressefotos, entstanden zwischen 1990-1995 entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenzregion, die nach 40 Jahren Randlage 1989 unverhofft zum neuen geografischen Zentrum Deutschlands wurde.

In dieser Region, die 40 Jahre durch ihre spezifische Randlage gekennzeichnet war und die im November 1989 unverhofft zum neuen geografischen Zentrum des Landes und zu einem
unmittelbaren Kontaktraum der Menschen zwischen Ost und West wurde, verdichten sich Begegnungen, Erfahrungen, Gefühle von Aufbruch, Stagnation, Enttäuschung, Gemeinsamkeit und Fremdheit mit den neuen NachbarInnen auf "der anderen Seite".

In fünf Regionen – Boltenhagen/ Timmendorf; Mölln/ Hagenow; Wendland/ Amt Neuhaus; Leinefelde-Worbis/ Duderstadt; Klingenthal/ Selb – geht das Projekt Einheitsbilder auf Spurensuche nach den wechselseitigen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Bildern der Menschen voneinander in den ersten Jahren der Wiedervereinigung. Ausgangspunkt dieser Suche sind jeweils zwei sich gegenüberstehende lokale Pressefotos: das Bild eines ostdeutschen Fotografen vom Westteil der Region und das eines westdeutschen Fotografen aus der östlichen Grenzregion. FotografInnen, Bilder, Orte, ZeitzeugInnen und Dokumente werden vor Ort zusammengebracht, befragt, miteinander kontrastiert, mit der Gegenwart in Bezug gesetzt und zu einer spannenden und medial abwechslungsreichen Geschichte zusammengesetzt. Einheitsbilder spürt den unterschiedlichen Perspektiven, Bedürfnissen und Wahrnehmungen von Ost und West sowie Fragen der Selbstverortung, Abgrenzung, Begegnung und Auseinandersetzung mit dem "Anderen" nach. Im Mittelpunkt stehen die Themen Wirtschaft und Arbeit, Zivilgesellschaft und Religion, Familie und Geschlechterverhältnisse, Freizeit und Urlaub sowie Jugendkultur.